2 Radfahrer fahren auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg

Von der Bahntrasse zum Radweg

Von der Bahntrasse zum Radweg

Der Radweg wurde in mehreren Bauabschnitten auf einer ehemaligen Bahntrasse errichtet und endgültig im Frühjahr 2009 fertiggestellt. Die offizielle Eröffnung erfolgte durch den rheinland-pfälzischen Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Hendrik Hering, am 9. Mai 2009.

Jedes Jahr wurden Teilstücke von beiden Endpunkten des Radweges aus fertiggestellt. Somit ergeben sich insgesamt acht Bauabschnitte:

Abschnitt 1 a:  5,8 km / Ruwer - Waldrach / Fertigstellung: Okt. 2005

Abschnitt 1 b: 6,3 km / Hermeskeil - Reinsfeld / Fertigstellung: Aug. 2005

Abschnitt 2 a: 7,7 km / Waldrach - Pluwigerhammer / Fertigstellung: Juli 2007

Abschnitt 2 b: 7,0 km / Reinsfeld - Kell am See / Fertigstellung: 2006

Abschnitt 3 a: 6,0 km / Pluwigerhammer - Burg Heid / Fertigstellung: 2008

 Abschnitt 3 b: 4,0 km / Kell am See - Niederkell / Fertigstellung: Aug. 2007

Abschnitt 4a: 5,6 km / Burg Heid - Zerf / Fertigstellung: 2008

Abschnitt 4 b: 5,4 km / Niederkell - Zerf / Fertigstellung: 2008


Planung & Realisierung

Die Realisierung erfolgt unter der Federführung der Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Die Planung und Bauleitung liegt in den Händen des Landesbetriebs Mobilität Rheinland - Pfalz.

Die Gesamtkosten betrugen ca. 10,5 Mio. €. Damit war dies zu diesem Zeitpunkt das teuerste und größte Radwegprojekt in Rheinland-Pfalz. Von den Kosten trägt das Land 80 Prozent. Der verbleibende kommunale Anteil ist wie folgt aufgeteilt:

Kreis Trier-Saarburg 30 Prozent, VG Ruwer 25 Prozent, VG Kell 20 Prozent, Stadt Trier 8,3 Prozent, Stadt und VG Hermeskeil sowie Reinsfeld 16,7 Prozent.

Bau des Radweges

Einen Radweg auf eine ehemalige Bahntrasse zu bauen, das bringt neue Herausforderungen für die Bauarbeiter und Planer. So findet der Bauleiter seine Mitarbeiter nicht immer sofort und selbst „Käfer Karls“ Füße müssen bei den Bauarbeiten berücksichtigt werden.

1. Schritt: Die Ehemalige Trasse muss von Schienen und Bewuchs befreit werden

Die ersten beiden Bilder zeigen die ehemalige Bahntrasse des Ruwer-Hochwald-Radweges Jahre nach der Stilllegung der Hochwaldbahn. Rodungsmaschinen machen Platz für den neuen Radweg und befreien die Trasse von Gestrüpp

2. Schritt: Der alte Bahnschotter wird durchgefräst

Auf den vorhandenen Bahnschotter können die Arbeiter nicht direkt den Asphalt schütten, weil der Untergrund viel zu grobkörnig ist. Für die ehemalige Eisenbahn auf Schienen war das kein Problem: Die Belastung für den Schotter war stets linienförmig und das grobe Material völlig ausreichend. Doch die neue Asphaltdecke benötigt einen feineren, stabilen Untergrund, damit sie nicht reißt. Die Fräse wird hinter einen Traktor gespannt und neue, feine Steine werden zusammen mit dem alten Bahnschotter vermischt; im Jargon der Bauarbeiter: durchgefräst. Anschließend wird der zukünftige Radweg von einer Walze verdichtet.

Mittagspause in Mertesdorf: Der Bauleiter wird uns schon  finden... Das Besondere an dem Radwegebau auf der ehemaligen Bahntrasse ist laut Bauleiter Axel Burkel die Linienbaustelle: „Normalerweise ist eine Baustelle kompakt auf einem Haufen, diese hier ist 6,3 Kilometer lang, und ich muss meine Bauarbeiter öfters mal suchen!“

3. Schritt: Die Trasse wird abgeschoben und winterfest gemacht

Damit die Radfahrer auch bequem auf dem neuen Radweg nach Hermeskeil und zurück kommen, wird die Bahntrasse abgeschoben: das heißt, dass sie auf vier Meter verbreitert wird. Zusätzlich wird zirka 20 Zentimeter tief ein Frostschutz verarbeitet, damit im Winter keine großen Hohlräume entstehen und die Decke nicht einfriert. 

Nachdem das Frostschutzmaterial eingearbeitet und die Trasse verbreitert wurde, ist von der alten Bahntrasse kaum mehr etwas übrig geblieben.

4. Schritt: Die Asphaltkolonne rückt an

Damit auf der Trasse auch endlich geradelt werden kann, fehlt nur noch die Asphaltschicht, die eine achtköpfige Asphaltkolonne in glühender Hitze aufbringt. Doch es handelt sich hierbei nicht um irgendeine Asphaltschicht: Die Schicht muss so beschaffen sein, dass auch „Käfer Karl“ den Radweg im Sommer überqueren kann, ohne sich die Füßchen zu verbrennen. Dem Asphalt wird also aus Naturschutzgründen ein Aufheller hinzugefügt, damit alle Kleintiere in der Hitze ohne heiße Füße die Trasse passieren können.

Fertig aufgetragene Asphaltschicht bei Hermeskeil nach stundenlanger Arbeit in glühender Hitze. Die Skizze zeigt einen Querschnitt durch den neuen Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse.